Tier Vital - Zentrum


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Chayenne

Meine Tiere

Mitte März 2004 klingelte bei mir das Telefon. Ein kleines Tier wurde auf der Straße gefunden. Ich sollte es abholen. Es war ein kleiner Fuchswelpe, durchnässt, mit vereiterten Augen und ausgehungert. Auf dem Heimweg fand ich noch einen Fuchswelpen, jetzt waren es zwei. Zuhause angekommen richtete ich einen großen Meerschweinchenkäfig her, legte ein Fell hinein. Nun hatten die zwei Winzlinge (150gr, 180gr) erst einmal einen warmen Platz. Zuerst rief ich beim Jagdpächter an und teilte ihm mit, dass zwei Fuchswelpen bei mir sind. Ich erfuhr, dass er in der Nähe der Fundstelle eine tote Fähe vor 2-3 Tagen, vom Auto angefahren, gefunden hatte. Die Beiden waren also verwaist und hatten schon lange nichts mehr im Bäuchlein. Normalerweise kümmert sich ein Fuchsvater oder eine Tante um die Welpen. Aber diese waren noch zu klein, um feste Nahrung zu sich zu nehmen. Nun rührte ich erst einmal Welpenmilch für Hunde an und machte mich ans füttern. Beide Welpen konnten damit nichts anfangen. Der Saugreflex fehlte. Ich zog die Milch in einer Spritze auf und träufelte die rettende Nahrung ins Mäulchen. Das eine Fuchswelpe schluckte gierig ab, das andere ließ alles wieder herauslaufen. Nun ist alle Stunde füttern angesagt. Die Kleinen waren schon sehr schwach. Das Fresserchen erhohlte sich sehr schnell und war schon richtig gierig auf seine Milch. Das Andere wurde zusehends schwächer und starb dann zwei Tage später friedlich in meinen Armen.

Nun hatte ich nur noch einen Würmling, ich nannte sie Chayenne. Sie bekam ein Kuscheltier in ihren Käfig, damit sie sich nicht so alleine fühlt. Drei Tage später blinzelte Chayenne mich keck an und fing schon an vom Teller zu fressen. Das Minifuchs-Menü bestand aus gekochtem Hühnchen mit Reis, Haferflocken mit rohem Rinderhack oder Welpenmilch für Hunde. Die Kleine entwickelte sich prächtig.

Mein Mann bekam den Auftrag einen sicheren Fuchszwinger im Garten zu bauen. Chayenne kam nachts in den Zwinger und tagsüber lief sie überall herum. Mein Hund, ein Foxterrier, war ihr bei den Erkundungen behilflich und erzog die Kleine auch. Nur mit in die Wohnung wollte ich Chayenne nicht nehmen, da ich das Füchschen ja wieder auswildern wollte. Manchmal stand Chayenne dann mit Angie vor der Eingangstür, in der Hoffnung sie dürfte mit hinein. So schwer mir das auch viel, ich blieb hart.

Als Chayenne dann ca. 3 Monate jung war, schaffte sie es sich aus dem Zwinger zu befreien. Sie wollte nicht eingesperrt sein. Chayenne entwickelte eine natürliche Scheue gegenüber Fremden. Wenn meine Patienten mit ihren Menschen in die Praxis kamen, war sie selten irgendwo zu entdecken und das war auch gut so. Zu mir und meiner Familie blieb sie zutraulich. Unser Gartenzaun bekam zwei Schlupflöcher, so konnte Chayenne sich mit ihrem zukünftigen Revier anfreunden. Ab jetzt gab es nur noch Rohes, weil in der freien Natur gibt es auch keine Kochstelle. Ich besorgte in einem Zoogeschäft, welches sich auf Schlangen spezialisiert hat, eingefrorene Mäuse und Eintagesküken. Es hat mich viel Überwindung gekostet, aber ich tat es für Chayenne. Die fraß mit Begeisterung. Aus dem graubraunen Knäuel wurde eine schöne rote Fuchsdame. Mit ungefähr 4 Monaten kam Chayenne nur noch abends um ihr Fresserchen zu holen. Ich rief Sie und 5-10 Minuten später war sie da. Irgenwann rief ich.... Das tat weh, so plötzlich. Sie war doch noch viel zu klein!!! Aber wollte ich es nicht so? Ja - es ist alles Gut so wie es ist. Die anderen Fuchswelpen in unserem Gebiet lösten sich ja auch nun von den Eltern und gingen ihren eigenen Weg. Chayenne hat sich bestimmt angeschlossen.

Liebe heißt loslassen können

Alles Gute Chayenne




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